Das Erechtheion, ein komplexes Gebäude aus Marmor mit Zügen der Ionischen Stils galt als das größte Heiligtum der Akropolis. Der östliche Teil des Tempels war der Athena Polias, der Schutzgöttin von Athen, gewidmet, während der Westteil zu Ehren des Poseidon Erechtheus, von dem der Bau auch seinen Namen erhielt, errichtet wurde. 

Der Mythologie zufolge hatte ein Streit zwischen der Göttin Athene und dem Gott Poseidon um die Herrschaft über die Stadt an der Stelle des Erechtheions stattgefunden. Der Meeresgott Poseidon stieß mit seinem Dreizack auf den Felsen und es entsprang Meerwasser an dieser Stelle. Im Gegenzug stieß Athene ihren Speer in den Felsen und ein Olivenbaum begann zu wachsen. Die Götter, die über den Streit zu entscheiden hatten, erklärten Athene zur Siegerin. Die Athener allerdings - in ihrem Bestreben, die beiden Götter miteinander zu versöhnen - widmeten ihnen unter dem gleichen Dach jeweils ein eigenes Heiligtum.

Die eine Seite des Heiligtums wird von sechs ionischen Säulen geschmückt, während sich auf der anderen Seite sechs Koren - Statuen (Karyates) behaupten, welche sich zuvor auf dem Grab des Kekrops, einem mythischen Königs Athens, befunden hatten.